Diplomförderpreis 2017 an Alain Schibli, Make & Play, Master Vertiefung Trends

Meldung vom 05.07.2017 in der Kategorie Auszeichnungen

«Spielen gilt in unserer leistungsorientierten Stressgesellschaft als verspielte Zeit. Das Spiel begegnet uns zunehmend als Motivationsdesign für Effizienzsteigerung und manifestiert sich in Trendvokabeln wie Gamification.» — so der kritische Kommentar des Autors der prämierten Arbeit zu einer primär ökonomischen Verwertung des Spiels durch die globale Game-Industrie.

Ausgehend von diesem Gedanken, propagiert Alain Schibli die Rehabilitation des Spiels und interpretiert eine längst verblasste Ikone der Popkultur – den Flipperkasten – neu. Das  Konzept fördert die Emanzipation der Spieler-Community, indem diese befähigt wird, sich selber als Produkt-, Interaction- und Game-Designer oder -Designerin zu betätigen.

Die Arbeit spielt dabei souverän mit den unterschiedlichsten Konzepten, Kulturen und Technologien, ohne der Ästhetik der jeweiligen Epoche zu verfallen und manifestiert sich erstaunlich ehrlich und entspannt.

Der Baukastensatz in bester DIY-Manier kreiert mit seiner analogitalen Konzeption eine völlig neue Produktkategorie, die eigenhändig analog und digital konfigurier- und erweiterbar ist. Die dabei entwickelte Technik eröffnet ein breites Anwendungsgebiet für interaktive Objekte, das weit über das Bauen eines coolen Flipperkastens hinausgeht.

Das Projekt wendet sich an eine Community, die das Konzept spielerisch weiterentwickelt, hackt und neue Einsatzgebiete erforscht.

Die überzeugende Arbeit ist ein Kind der digitalen Revolution, die mit spielerischer Leichtigkeit diese neue Kultur illustriert und sich trotz all der demonstrierten Souveränität selber gar nicht so wichtig nimmt.

Juroren:
Marta Kwiatkowski Schenk, Senior Researcher, GDI — Gottlieb Duttweiler Institute
Markus Gut, Chief Creative Officer, Y&R Group Switzerland
Hansuli Matter, Leiter Departement Design ZHdK

Aktualisiert am: 5. Juli 2017