Field of Excellence «Kommunikation»

Das Masterstudium zielt auf die Integration der drei komplementären Bereiche der Kommunikation in ein umfassendes, sowohl technisches als auch kognitives Verstehen, Durchdringen und Weiterentwickeln aktueller Möglichkeiten der visuellen Repräsentation von Wirklichkeit.

Im Field of Excellence «Kommunikation» werden drei zentralen Methodologien grafisch-visueller und kommunikativer Gestaltung vertieft:

  • die mediale Transformation von Themen und Narrativen mittels editorischer Inbezugsetzung von Bild und Schrift, Vision und Konzept, Entwurfs- und Produktionsästhetik (Editorial Design)
  • die visuelle Vermittlung von Tatsachen, Zusammenhängen und Informationskomplexen im Sinn des Sicht- und Verstehbarmachens von Wissen (Erkenntnis-Visualisierung und Wissenschaftliche Illustration)
  • der strategische Entwurf orientierender und identifikativer Bild- und Zeichensysteme im Informations- und Corporate Design (Visuelle Systeme)

Editorial Design

Leitung: Kurt Eckert

Editieren ist das Formen und Formatieren — das Sammeln, Auswählen, Zerlegen, Aufbereiten, Anordnen, Verknüpfen und sinnfällige Zusammenfügen — von Inhalten. Im kulturellen Zustand der Multimedia-tisierung haben sich vormals deutlich unterschiedene Editionstechniken für unterschiedliche mediale Träger zu überlagern begonnen. Die «technischen» Mittel des Edierens und Editierens sind heute weitgehend pluralisiert: implementiert in allgemein zugänglicher «Technologie», in Hardware und Software, mit der sich Umwelt in Design transformieren lässt. Professionalität definiert sich in diesem Feld nicht mehr primär nach streng technischen Gesichtspunkten, sondern nach solchen des Wissens, der Erfahrung, des Verstehens und Konzipierens medienübergreifender editorischer Lösungen für spezifische Themen und Inhalte. Entsprechend involviert das Themenfeld «Editorial Design» visuelle und verbale, akustische und szenografische, informative und typografische, narrative und programmatische Gestaltung.

Schnittstellenkompetenz: Den erweiterten Blick auf Techniken und Produktionsbedingungen des thematischen Editierens entwickelt das Masterprogramm nicht zuletzt aus dem Verständnis einer tradierten Praxis: der Verbreitung von Wissen und Bewusstsein mittels Schrift und Bild. Editorial Design setzt Wissens- und Informationseinheiten in publizistische Formate um: Bücher, Booklets, Zeitungen, Magazine, Zeitschriften, Geschäftsberichte, Ausstellungskataloge, Programme, Flyer und, in ebenso lustvoller wie seriöser Beschlagnahmung der Bildschirme und Prozessoren, ihre diversen elektronischen Doubles.

Editorial Design richtet sich an Designerinnen und Designer mit medienästhetische Kompetenzen im Umgang mit Sprache, Schrift und Bild; Produktionserfahrung mit publizistischen Formaten; Theorie und Praxis in Bild-/Text-Montage und visueller Konzeptentwicklung.

Berufsziele: Mediengestalterin; Verlagsdesigner; Kommunikationsdesignerin; Design-, Kultur- und ästhetische Wissenschaftler.

Kollaborationen: MAZ Schweizer Journalistenschule, VSD Verband der Schweizer Druckindustrie, SF Schweizer Fernsehen / Arte / 3sat, Verlags- und Publizistikunternehmen.

Erkenntnis-Visualisierung

Leitung: Niklaus Heeb | Assistenz: Marina Bräm

erkenntnis-visualisierung.zhdk.ch

Bilder schaffen ein hohes Mass an Aufmerksamkeit. Visualisierungen erhöhen die Zugänglichkeit und Erfassbarkeit von Informationen und machen Erkenntnisse und Einblicke in neue, optisch nicht einsehbare Zusammenhänge und Dimensionen sichtbar. Erkenntnis-Visualisierung setzt sich mit der Übersetzung komplexer Informationen in eine visuelle Sprache und mit der Vermittlung von Wissen durch Bilder auseinander.

AbsolventInnen vertiefen ihre bildgestalterischen Kompetenzen und setzen sich mit dem Einsatz bildgebender Verfahren auseinander. Ziel ist die Kompetenz zur erfolgreichen Vermittlung wissen schaftlicher Erkenntnisse. Im Zentrum des Studiums steht die projektbezogene Zusammenarbeit mit Forschung und Wissenschaft. Inhaltliche Schwerpunkte liegen in den Bereichen Life Sciences, Environmental Sciences und Cultural Sciences. Als medialer Schwerpunkt steht die 3D-Visualisierung im Zentrum dieses Studienprogramms. Moderne Forschungsansätze im Umfeld von Gentechnologie, Molekularbiologie, Neurobiologie und Chirurgie bis hin zur Klimaforschung bilden die Grundlage zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Fragen aus der Wissenschaft und deren Vermittlung durch Bilder. Das Themenfeld baut mit seinen Kooperationspartnern aus der Wissenschaft langfristige Projektfelder auf, in denen diese Fragestellungen entwickelt, bearbeitet und reflektiert werden.

Erkenntnis-Visualisierung richtet sich an Designerinnen und Designer mit Grundlagen in wissen-schaftlicher Visualisierung (Konzeption Gestaltung und Vermittlung), Medienkompetenz, 3D-Visualisierung und Praxiserfahrung im Bereich der Wissenskommunikation.

Berufsziele: Wissenschaftliche Illustratoren, Designer Wissens-Visualisierer, Art Director für Wissenskommunikation.

Kollaborationen: WSL, Eidgenössische Forschungsanstalt; Neurochirurgische Poliklinik, Universität Zürich; Visual Cognition Research Group, Universität Zürich; Vetsuisse, Universität Zürich; ArchimediX, Multimedialabor; Max Planck Institut für Evolutionäre; Anthropologie Leipzig.

Visuelle Systeme

Leitung: Cybu Richli | Assistenz: Dominique Fischer

Die Entwicklung hin zur Informations- und Dienstleistungsgesellschaft wirft zwei zentrale Forderungen auf: Orientierung und Identität. Orientierung, wenn es um Vermittlung von Alltags- und Lebensinformationen geht, und Identität in Bezug auf Selbstverständnis und Differenzierung in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Beiden Forderungen begegnen wir mit hochqualifizierten Angeboten in den Bereichen Informations-design und Corporate Design, zusammengefasst im integrierten Themenfeld «Visuelle Systeme».

Das Themenfeld widmet sich den visuell-kommunikativen Bindemitteln unseres Gemeinwesens und vertritt damit ein zukunftsorientiertes Ausbildungskonzept von hoher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz. Theorie, Entwurf und Forschung – unsere zunehmend komplexere und globalisierte Welt stellt uns in diesen Fragen laufend vor neue Herausforderungen, denen wir unkonventionell, sachverständig und sendungsbewusst begegnen wollen.

Mit «Visuelle Systeme» wird eine integrale Ausrichtung im Arbeitsfeld der Visuellen Gestaltung angestrebt. Ziel ist ein fachlich fundiertes, professionelles Grenzgängertum in Fragen der Kommunikation, des ästhetischen Ausdrucks und des Medienverständnisses.

Visuelle Systeme richtet sich an Designerinnen und Designer mit Kompetenzen im Branddesign, Corporate Publishing, analog & digital Projekterfahrung der Signaletik, Kommunikation im Raum; Visuelle Transformation; Piktogramme, Bildsprachen und Diagrammatik.

Berufsziele: Brand Designer, Design Stratege, Signaletikexpertin, Informations-architekten.

Kollaborationen: Internationales Institut für Informationsdesign, Bundesamt für Statistik, Avenir Suisse, Design2Context.

Keywords: Sprache und Bild, Editorische und narrative Verfahren, Experimentelle und strategische Entwurfspraxis, Mediengestaltung (Grafik, Audiovision, digitale Medien), Publizistik; Wissenschaftliche Illustration, 3D-Visualisierung & Animation, Bildkompetenz & Visualisierungsstrategien, Wissens-vermittlung & Rezeption, Geschichte und Ästhetik der Wissensbilder; Generisches Design, Markenkultur, Visuelle Identitäten, Orientierung, Bildersprachen, Visuelle Aufklärung.